Vitamin D3 und K2: Zwei Vitamine, unterschiedliche Aufgaben

Vitamin D3 und K2: Zwei Vitamine, unterschiedliche Aufgaben

Vitamin D3 und Vitamin K2 werden häufig gemeinsam angeboten. Doch was unterscheidet die beiden Vitamine – und bedeutet ihre Verbindung im Stoffwechsel automatisch, dass sie immer zusammen supplementiert werden müssen?

Das Wichtigste in Kürze

Vitamin D und Vitamin K sind fettlösliche Vitamine, erfüllen im Körper jedoch unterschiedliche Funktionen. Vitamin D ist unter anderem für den Calcium- und Knochenstoffwechsel relevant, während Vitamin K für die normale Blutgerinnung und Prozesse der Knochenmineralisation benötigt wird. [1,2]

Vitamin D3 bezeichnet Cholecalciferol. Unter Vitamin K2 versteht man dagegen eine Gruppe sogenannter Menachinone. Vitamin K kommt außerdem als Vitamin K1 beziehungsweise Phyllochinon vor. [2]

Was ist Vitamin D3?

Vitamin D nimmt unter den Vitaminen eine besondere Stellung ein, weil der menschliche Körper es unter geeigneten Bedingungen selbst bilden kann.

UV-B-Strahlung auf der Haut ermöglicht die körpereigene Vitamin-D-Synthese. Deshalb hängt die Versorgung nicht ausschließlich von der Ernährung ab.

Die EFSA setzt für gesunde Personen ab einem Jahr eine angemessene Aufnahme von 15 µg Vitamin D pro Tag an – unter der Annahme einer nur minimalen körpereigenen Bildung durch Sonnenlicht. [1]

Was ist Vitamin K2?

Vitamin K bezeichnet ebenfalls nicht nur eine einzelne Verbindung.

Vitamin K1 heißt Phyllochinon und kommt insbesondere in grünen Pflanzen vor. Vitamin K2 bezeichnet verschiedene Menachinone, beispielsweise MK-7.

Die EFSA nennt für Erwachsene eine angemessene tägliche Vitamin-K-Aufnahme von 70 µg. Dieser Wert bezieht sich auf Vitamin K insgesamt und nicht speziell auf MK-7. [2]

Warum werden D3 und K2 häufig kombiniert?

Beide Vitamine stehen in Verbindung mit dem Knochenstoffwechsel – allerdings über unterschiedliche Mechanismen.

Genau daraus entstand die populäre Idee, Vitamin D müsse grundsätzlich gemeinsam mit Vitamin K2 ergänzt werden.

So einfach ist die wissenschaftliche Einordnung jedoch nicht. Dass zwei Nährstoffe im selben physiologischen System beteiligt sind, beweist noch nicht, dass jeder Mensch beide gleichzeitig supplementieren muss.

Studien mit Vitamin K2 liefern je nach Population, Dosierung und Endpunkt unterschiedliche Ergebnisse. In einer dreijährigen randomisierten Untersuchung bei Frauen mit Osteopenie führte MK-7 zusätzlich zu Vitamin D und Calcium beispielsweise nicht zu einem Unterschied der Knochendichte gegenüber Placebo. [3]

Bedeutet mehr Vitamin D automatisch mehr Nutzen?

Nein.

Auch bei Vitaminen gilt nicht automatisch „mehr ist besser“.

Eine dreijährige randomisierte Studie mit gesunden Erwachsenen verglich täglich 400, 4.000 und 10.000 I.E. Vitamin D3. Die höheren Dosierungen zeigten keinen Vorteil für die untersuchte Knochenfestigkeit; bei höheren Dosierungen wurden sogar stärkere Abnahmen bestimmter Messwerte der volumetrischen Knochendichte beobachtet. [4]

Das BfR warnt deshalb ebenfalls davor, hochdosierte Vitamin-D-Präparate ohne konkreten Anlass einzunehmen.

Gibt es bei Vitamin K2 besondere Vorsichtspunkte?

Ja.

Besonders wichtig ist Vitamin K bei Menschen, die Vitamin-K-Antagonisten zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen.

In einer kontrollierten Studie beeinflussten bereits relativ niedrige Mengen von MK-7 die gerinnungshemmende Wirkung von Acenocoumarol bei einzelnen Teilnehmern. Die Autoren rieten deshalb bei entsprechender Therapie von einer eigenständigen MK-7-Supplementierung ab. [5]

Wer Vitamin-K-Antagonisten einnimmt, sollte Vitamin-K-haltige Nahrungsergänzungsmittel daher nicht eigenständig ergänzen, sondern dies ärztlich abklären.

Fazit

Vitamin D3 und Vitamin K2 sind zwei unterschiedliche fettlösliche Vitamine mit teilweise verbundenen physiologischen Aufgaben.

Dass sie häufig gemeinsam verkauft werden, sollte jedoch nicht zu der Annahme führen, dass jeder Mensch automatisch beide benötigt.

Entscheidend sind Versorgungssituation, Ernährung, Sonnenexposition, mögliche Medikamente und gegebenenfalls medizinisch bestimmte Laborwerte.

Quellen & weiterführende Literatur

[1] EFSA NDA Panel. Dietary reference values for vitamin D. EFSA Journal. 2016.
[2] EFSA NDA Panel. Dietary reference values for vitamin K. EFSA Journal. 2017.
[3] Rønn SH et al. The effect of vitamin MK-7 on bone mineral density and microarchitecture in postmenopausal women with osteopenia. Osteoporos Int. 2021. PMID: 33030563
[4] Burt LA et al. Effect of High-Dose Vitamin D Supplementation on Volumetric Bone Density and Bone Strength. JAMA. 2019. PMID: 31454046
[5] Theuwissen E et al. Effect of low-dose supplements of menaquinone-7 on the stability of oral anticoagulant treatment. J Thromb Haemost. 2013. PMID: 23530987

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